Social Networks, ein integraler Bestandteil des sogenannten Web2.0 - allerdings einer, den ich nicht recht verstehe.
Mir fehlt ganz einfach das Verständnis dafür, was mir ein Dienst wie beispielsweise Lokalisten.de bringt. Zwar bin ich dort angemeldet, weil ich von einem Freund eingeladen wurde, aber was das jetzt für einen Mehrwert hat - ich weiß es nicht. Immerhin habe ich, weil ich jemanden werben konnte, ein nettes T-Shirt bekommen, doch das kann wohl kaum der Sinn dahinter sein.
Ich brauche doch eigentlich keinen dubiosen Web-Dienst, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben. Immerhin habe ich auch so schon genug Möglichkeiten, mit ihnen zu kommunizieren. Zudem herrscht in meinem näheren Freundeskreis gegenüber solchen Diensten sowieso eine Gewisse Abscheu, so dass ich die meisten nicht dazu bewegen könnte, sich dort anzumelden.
Das Mantra der Lokalisten "Jeder kennt jeden" kann ich so auch nicht unterstreichen, ich habe bisher niemanden gefunden, den ich kenne.
Als wesentlich interessanter betrachte ich Dienste wie del.icio.us, hier weiß ich immerhin auch, was der Sinn dahinter ist.
Zum einen kann ich hier meine Favoriten speichern und habe sie so Rechner-unabhängig zur Verfügung, sobald mir ein Internetanschluss zur Verfügung steht, zum anderen kann ich die Bookmarks meiner Freunde / Bekannten / Mitarbeiter abonnieren, wenn ich denke, dass die Interessensgebiete sich derart überschneiden, dass deren Bookmarks auch für mich interessant sein können. Nicht zuletzt fördert eine Suche bei diesem Dienst nach bestimmten Schlüsselwörtern auch oftmals sehr nützliche Links zu Tage, auf die ich via Google & Co. wohl erst einmal nicht gestoßen wäre.
Ebenfalls ein Dienst, bei dem ich, nach längerer Anmeldung, sagen kann, dass er - zumindest in begrenztem Maße - nützlich ist, ist Xing (ehemals OpenBC). Einige meiner Bekannten und ehemaligen Mitarbeiter haben hier schon recht interessante Jobangebote unterbreitet bekommen. Mir selbst wurde dieses Glück bisher noch nicht zuteil, allerdings habe ich mich auch nicht als "Suchend" bei Xing eingetragen.
Der einzige große Wermutstropfen ist, dass die Betreiber von Xing Geld verdienen wollen - und das jenseits von Werbung wie es bei anderen Web2.0-Diensten üblich ist. Dadurch ist die Funktionalität als nicht zahlender Teilnehmer am Netzwerk doch recht stark begrenzt. Allerdings sehe ich es nicht ein, für diesen Dienst Geld zu bezahlen, denn dafür ist, aus meiner Sicht, die Leistung, die er erbringt, nicht groß genug. Beurteilen kann ich dies natürlich nur als Außenstehender, denn mir wurde, im Gegensatz zu denjenigen, die sich jetzt neu anmelden, kein kostenloser Monat als Premium-Mitglied zu Teil.
Insgesamt hat der Web2.0-Hype sicherlich einige Interessante Dienste entstehen lassen, die ihre Daseinsberechtigung haben. Allerdings gibt es wesentlich mehr Dienste, in denen ich absolut keinen Sinn sehe. Ein Paradebeispiel hierfür ist sicherlich Twitter.
Ich wage ernsthaft daran zu zweifeln, dass irgendwer zu jeder Zeit wissen muss, was ein anderer gerade tut. Weiterhin halte ich es für Bedenklich, dass sich Menschen finden, die sich tatsächlich freiwillig derart "überwachbar" machen.
Das ist im Übrigen ein großer Punkt im Web2.0: Man verrät extrem viel über sich. Da sollte man sich definitiv vor dem Ausfüllen von Formularen Gedanken machen, in wie weit man sich öffentlich zur Schau stellen möchte. Nicht umsonst gibt es im TV öfters mal wieder Berichte, wie gedankenlos ins Internet gestellte "Sauf-Bilder" die spätere berufliche Zukunft negativ beeinflussen können.
Im Endeffekt muss jeder für sich entscheiden, wie er mit den "Segnungen" des Web2.0 verfahren möchte. Ich denke, ich habe meinen Weg gefunden.
Gruß,
BBo