Am letzten Wochenende waren wir zu viert in Berlin unterwegs. Grund war der Tour-Abschluss der Mario Barth Tour mit dem Titel "Männer sind primitiv aber glücklich", bei dem Barth mal eben einen Weltrekord aufgestellt hat. Dieser bestand darin, das Olympiastadion mit 77.000 Zuschauern zu füllen, was diesen Auftritt zum mit Abstand größten Comedy-Event macht. Der bisherige Rekordhalter war Chris Rock, der in London vor 15.000 Zuschauern auftrat. Eine leichte Steigerung also ;)
Ich muss zugeben, dass ich anfangs nicht wirklich begeistert war, mir die Show ansehen zu "müssen". Ich bin nicht unbedingt der größte Barth-Fan der Welt, ich ziehe Comedians wie Otto Waalkes oder Michael Mittermeier jederzeit vor. Schlussendlich bin ich aber doch froh, denn der Aufenthalt in Berlin insgesamt und insbesondere der Abend im Olympiastadion war einfach nur geil (das kann man einfach nicht anders ausdrücken).
Also flogen wir in kleiner Gruppe mit EasyJet von Basel nach Berlin Schönefeld - samstags morgens um halb neun. Dies bedeutete Aufstehen um halb sechs. Und das am Samstag... Ankunft in Berlin ca. 1,25 Stunden später, Koffer sofort bekommen, via Taxi ab zum Hotel. Koffer abladen und raus. Kurz vor 12 schnell durch das KaDeWe gehuscht, dann zum Mittagessen ins Hard Rock Cafe. Dort schnell 65€ für Futter und Getränke (zu viert) liegen lassen, beim Rausgehen noch schnell 50€ in zwei T-Shirts investiert und nochmal ab ins Hotel, weil "Einchecken" erst ab 14:00 möglich war.
Kurz noch ein paar Minuten relaxt, dann ab zur U-Bahn zum Stadion. Dort angekommen (um etwa 15:15 Uhr) in der bereits jetzt ewig langen Reihe von potentiellen Zuschauern eingereiht und auf die Öffnung der Tore gewartet. 15 Minuten später Sturm auf das Olympiastadion bis zu den Eingängen der einzelnen Blöcke. Vor Block "N" in die Menge der Wartenden gequetscht, dort bis 16:00 Uhr auf die Öffnung des Tores gewartet, reingestürmt, mit die besten Plätze des Stadions abgegriffen und ab zum Bier holen (das dritte des Tages dann inzwischen). Durchatmen...
Schon im Vorfeld wurden Gäste angekündigt, die den Zuschauern den Abend noch ein Stück angenehmer machen sollten. Das war auch nötig, denn Barth selbst sollte erst um 20:30 Uhr auf die Bühne treten, der Einlassbeginn war jedoch bereits um 15:00 Uhr (jedenfalls geplant).
Wer auftreten würde, war nicht zur Gänze bekannt, lediglich der Berliner Philip Carpenter und die ebenfalls aus Berlin stammende Band Culcha Candela wurden bekannt gegeben. Zusätzlich wurde ein weiterer "Special Guest" versprochen.
Philip Carpenter war für mich eine äußerst positive Überraschung. Auf seiner Seite hatte ich bereits in einige Lieder reingehört, die mir allerdings nicht all zu gut gefallen haben. Zu weich, zu "luschig". Live jedoch (danke auch an die extrem gute Anlage) kam er einfach nur super rüber. Zumal er den schweren Stand hatte, um 17:00 Uhr den Abend zu eröffnen. Respekt dafür!
Culcha Candela sind naturgemäß nicht gerade meine Lieblinge, bin ich doch (inzwischen) eingefleischter Rocker / Metaller. Dennoch muss man einfach uneingeschränkt zugeben, dass diese Band das Stadion gerockt hat. Zeitweise waren wirklich alle Hände oben, teilweise die Füße ebenso. Auch hier großer Respekt an die Band. So eine Stimmung zu verbreiten ist aller Ehren wert!
Dann wurde das Publikum kurz sich selbst überlassen. Die Zeit bis zum nächsten Künstler wurde mit Laola-Wellen am Stück überbrückt. Sehr gutes Publikum.
Gegen 19:00 Uhr erschien dann das erste mal der "Meister" auf den vier Leinwänden - von hinter der Bühne. Er kündigte den "Special Guest" an: Silbermond.
Beinahe wäre ich aufgestanden um die Stunde, die die Band spielt, woanders zu verbringen, doch dann erwähnte Barth beiläufig, dass gespielt werden würde, was ER wolle. Grund hierfür war eine verlorene Wette, die sich darum drehte, dass Barth das Olympiastadion füllen würde. Silbermond waren da offenbar nicht ganz so zuversichtlich - sehr zu unserer Freude.
So wurde der Auftritt von Silbermond mit "Highway to hell" begonnen - diesmal sehr zu MEINER Freude. Anschließend verlangte Barth "Live is life", "Wahnsinn", "Lebt denn der alte Holzmichel noch" und "Cheri Cheri Lady". Alles sehr gut und sympathisch performt. Ich muss sagen, musikalisch haben Silbermond auf jeden fall was drauf.
Nun war das Publikum am Zug und wünschte sich - in Gedenken an die EM (und schließlich waren wir ja in einem Stadion) - "7 nation army". Den Abschluss bildete "We will rock you" und verdammt, das haben sie tatsächlich.
Eine Zugabe gab es auch noch, die einfach nur witzig war. Allerdings war ich da schon wieder unterwegs, den Biernachschub sichern.
Dann hieß es: eine Stunde auf den eigentlichen Grund unserer Anwesenheit warten. Zeit genug, noch "schnell" die Herrentoilette aufzusuchen (die in der Zwischenzeit bereits von einer Dreierreihe Frauen belagert wurde). Pommes waren wohl auch sehr beliebt, doch konnten wir die letzten drei Portionen ergattern und waren pünktlich 53 Sekunden vor Showbeginn wieder auf unseren Plätzen.
Dann betrat er die Bühne und zog gnadenlos sein Programm durch - OHNE Pause. Live absolut um Längen besser als auf DVD.
Auch hier eine Zugabe, aus dem neuen Programm.
Dann das Highlight (Achtung, Sprachspiel): Feuerwerk! Untermalt von der Hymne "Mensch Berlin", die Barth zusammen mit Paul Kuhn aufgenommen hatte. Zu diesem Zeitpunkt lag Barth auf einer kleinen Bühne im Mittelpunkt des Stadions und genoss einfach nur.
Schnell Becher abgegeben (1€ Pfand pro Becher), bemerkt, dass 120€ für Bier drauf gegangen sind und ab zur U-Bahn. Riesenpulk. Erste verfügbare U-Bahn erwischt, Tür direkt vor uns angehalten. Ekelhaftes Gedränge, übermenschliche Hitze, neun Stationen. Zurück auf dem Ku'damm, ab in 'ne Kneipe, Ende vom Klitschko-Kampf gesehen (Glückwunsch) und noch nen Wodka-Lemon runter gesaugt. Ab ins Bett.
Elf Uhr Zimmer räumen, Frühstück bei McDonalds auf dem Ku'damm. Sightseeing-Bus-Tour gebucht, in Bus eingestiegen, rumgefahren. Am Fernsehturm raus, zu Starbucks, halben Liter Cappucino reingekippt, wieder in den Bus, zum Brandenburger Tor, ausgestiegen, zum Reichstag und zurück zum Brandenburger Tor (direkt davor Feier zum Nationalfeiertag der Franzosen am nächsten Tag [dachte, wir wären in Schlaaaaand?]), wieder in den Bus, zurück zum Ausgangspunkt. Pizza essen, Koffer aus Hotel holen, auf Taxi warten, das am Morgen vom Hotel hätte bestellt werden sollen. Warten. Warten. Warten. Nachfragen, kein Taxi bestellt. Um die Ecke gelaufen, Millionen von Taxis (grob geschätzt). Ab zum Flughhafen, Einchecken, Einsteigen, losfliegen, landen, Aussteigen, Koffer holen (wieder fast als erster), durch den Zoll (mit den zwei Stangen Zigaretten aus dem Berliner Duty Free), ins Parkaus, zahlen, zum Auto, nach Hause. Ankuft ca. 21:45 Uhr. Rumsitzen, Bett.
Geiles Wochenende. Schweineteuer (ca. 400 ausgegebene Euronen - OHNE den Flug und die Eintrittskarten!!!), aber geil.
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