Sie haben mit Sicherheit auch die Diskussion um Online-
Durchsuchungen privater PCs mitbekommen. Und dabei
haben Sie sich sicherlich ebenso gedacht, dass es dazu
sowieso nicht kommen wird, weil die Grundrechte durch ein
solches Tun einfach zu krass beschnitten werden würden.
Tja, wie sich nun heute herausstellt, lagen wir alle mit
unserer Einschätzung mehr als komplett daneben.
Nicht, dass es jetzt tatsächlich zu Online-Durchsuchungen
kommen soll, nein, das steht nach wie vor in den Sternen.
Achtung, jetzt kommts: Online-Durchsuchungen finden schon statt!
Ja, Sie haben richtig gelesen, Ihre Augen belügen Sie nicht.
Laut einer Mitteilung vom Bundeskanzleramt am heutigen Tage
finden besagte Durchsuchungen bereits seit 2005 statt.
Danken dürfen wir dafür Herrn Otto Schily, dem damaligen
Bundesinnenminister. Dieser hatte eine entsprechende
Dienstvorschrift herausgegeben und lustig wie die
Geheimdienste nun einmal sind, haben sie diese auch
tatsächlich in die Tat umgesetzt.
In wie weit die werten Herren und Damen allerdings die
angefallenen Daten auch ausgewertet haben, steht offenbar noch
nicht fest.
Sehr schön ist allerdings das folgende Zitat zu diesem Thema aus
dem Artikel auf heise.de:
So soll von Regierungsseite beklagt worden sein, dass so viele Daten
gesammelt worden seien, dass man ihrer nicht Herr habe werden können.
Da können die einem schon richtig leid tun, oder? So viele Daten,
so viel zu tun. Einfach ungerecht sowas. Blöde Bürger, die so viele
Daten auf ihren Rechnern haben.
Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber ich bin ein klein wenig
enerviert. Wie kann sich ein demokratischer Staat so etwas
erlauben? Als Bürger muss man dann jetzt im Endeffekt auch
noch froh darüber sein, dass die ganze Sache überhaupt ans
Tageslicht gekommen ist.
Rechtliche Handhabe gibt es da wohl keine und auch sonst wird
wahrscheinlich wieder mal nichts unternommen, um etwas
derartiges in Zukunft zu verhindern.
Aber hey, mit der Zeit gewöhnt man sich bestimmt so oder so
dran, also Schwamm drüber.
Gruß,
BBo
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